Erzählungen, Poetry & Spoken Word

AN DER MILDE

Aus der Arbeit an einem Volkslied entstand, während meines Stipendiums in der Künstlerstadt Kalbe, diese Erzählung mit dem Namen „An der Milde“. Sie beruht auf einer Geschichte aus dem Ort.

Nach einer kleinen einleitenden Rede beginnt die Erzählung bei 2:27min.

Die Aufnahme der Lesung entstand am 22.3.2019 in Potsdam auf der Veranstaltung „Wortklänge“.

LYRIK-PERFORMANCE: EINE BEGEGNUNG

Hier kannst du meine Lyrik-Performance „Eine Begegnung„, aufgeführt im Stammtisch bei der Bühne 7 Minutes of Fame, ansehen.

Das Gedicht behandelt ein Trauma. Am Ende steht die Resignation.

SPOKEN WORD: WER ZWEIFELT NOCH?

Am 6.4.2019 fand in Berlin eine der größten Demos gegen den Mietenwahnsinn statt.

Für den Block „Wedding bleibt solidarisch“ durfte ich meinen Text Wer zweifelt noch? vortragen.

Die Kreativität und Power der Demonstrierenden war außergewöhnlich, gleichzeitig war es erschütternd mitzubekommen, wie viele Menschen von Immobilienspekulanten und Miethaien bis an den Rand des Wahnsinns getrieben werden.

Bisher war es für mich eher ein Slogan, doch jetzt bin ich von der Überzeugung durchtränkt: Wohnen ist ein Menschenrecht!
Und ich habe wirklich wenig Lust, dass diese grandios-verrückte Stadt immer weiter von verantwortungslosen Gierfinken zerfressen wird.

Solidarisiert euch, auch wenn ihr (noch) nicht betroffen seid – Vorsicht ist besser als Nachsicht!

TRIPPIN‘ ON FOGGY MOUNTAINS

Auf meinem Blog Berlin Underground Music schreibe ich über Künstler der Berliner Musikszene. Auf diesem Wege begegnete ich der ungarischen Multimedia-Musikerin The Allegorist. Um für mich einen Eingang in elektronische Musik zu finden, schrieb ich einen Intuitiven Text über eines ihrer Stücke: Foggy Mountains.

Stampfen alter Lederstiefel, feuchter Boden dämpft den Tritt. Dunkle Irrlichter locken dich, und die Stimme des Mädchens. In deiner Hand eine Kerze: Du eilst, ihr Licht flattert nicht. Zum Berg, du musst zum Berg. Etwas Dringendes muss geschehen.

Im Berginneren: Erinnerung an eine alte Frage. Siehst du die vergessene Zwergenstadt? Ihre einstigen Zeichen, geritzt in die blassen Wände? Deine Kerze leuchtet die Hieroglyphen an. Dann Tränen, leichte, in deinem Auge.

Vielleicht sanfter werden. Vielleicht vergessen. Vielleicht erinnern.

Schall aus fremden Gängen. Doch er verbreitet keine Angst. Allein im Berginneren, in Dunkelheit und Kälte, umflochten von seidigen Nebeln, fühlst du dich geborgen. Es ist gut hier, im Schoß der Natur. Die Fragen, die Unrast, das Eilen, das Suchen und Irren: ist gut, ist richtig, ist erleuchtend. Das ist der Weg. Keine Antworten. Immer eilen, immer irren, immer falsch sein. Das fühlt sich warm an.

Innen ist außen. Du atmest den Wind, der gerade noch verdächtig wie ein Gauner um schwarze Bäume strich. Er hat auf dich gewartet und fliegt nun ungeduldig in dein Gesicht. Bei dir riecht er nach kalter Rinde. Glühwürmchen gesellen sich dazu. Die Nacht wird dein Vater. Die Tiere der Dunkelheit lächeln. Du verlierst dich in Rhythmen. Wo der Weg ist weiß kein Fuß.

Atme oder vergesse.

Atme Nebelgesänge im Spiegellabyrinth. (Säuselt für immer!) Das weiße Kleid hinter dem Vorhang raschelt, der stumme Kehlenhauch klebt noch am englischen Fenster. Jemand war da. Eine alte Hand kommt zu dir, ohne Körper. Du erkennst sie. Es ist die Hand deiner Mutter als sie jung war, ein Mädchen. Sie wollte immer schön sein. Etwas kam dazwischen, seitdem ist sie anders. Seitdem ist sie so, wie du sie kennst: seltsam und verträumt. Sie hat lange nicht mehr gesprochen. Wer nicht vergessen kann, schweigt. Sitzt am Fenster und guckt raus, hinüber an die Felsen des Nebelberges. Hinüber nach dort, wo die Nacht wärmer ist als der Tag.