Der Sommer ist vorbei

Der Sommer ist vorbei,
ich starre Luftschlösser ans Fenster,
Regentropfen segeln leis‘
und zeichnen Gespenster
auf die Leinwand des Asphalts
und über Pfützen schwebt ein Wald
aus feuchten Fäden,
so wie deine Tränen
nach dem Knall.

Der Sommer ist vorbei,
ich kratze Fragezeichen ins Fenster
hinter die Wut, das Selbstmitleid
und hinter die Ängste.
Und wenn ich über den Hermannplatz flanier‘
und mich frag‘: „Wie konnte das passier’n?“
ist der Weg zu deiner Haustür
nicht mehr weit,
ist der Weg zu einer Antwort
noch sehr weit.

Hast du mit mir Geduld
oder bist du zu zerrissen?
Mich erdrückt ein Berg aus Schuld
wenn ich dich mal nicht vermisse.
Und wenn die Freiheit in mir sagt:
„Lass‘ sie los und gib‘ ihr nach!“
wär‘ ich gern so stark
doch es bleibt das schlechte Gewissen.

Der Sommer ist vorbei,
es klatschen Alpträume ans Fenster
von einem Sturm, der Bilder peitscht
die ich längst verdrängt hab.
Er zeigt die Bisswunde alter Zeit,
die Entzündung die nie heilt,
oh, bitte glaub‘ mir eins:
Es tut mir leid.

Es tut mir leid…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s